Funktionstherapie

Funktionstherapie

Alle Therapien von Funktionsstörungen zielen darauf ab, das ursprüngliche Gleichgewicht zwischen Muskulatur, Kiefergelenken, Zahnhalteapparat und Zähnen wieder herzustellen. Ein Patentrezept gibt es nicht. Die Behandlung hängt somit vom individuellen Beschwerdebild ab. Grundsätzlich sollte man hier den Weg des geringsten Widerstandes wählen, die schonendste Lösung anvisieren und Schritt für Schritt vorgehen, um möglichst Veränderungen an den Zähnen minimal zu halten oder ganz zu vermeiden.

Häufigste Ursache für eine Cranio Mandibuläre Dysfunktion (CMD) sind Parafunktionen, Aktivitäten des Kauapparates die keinen funktionellen Zweck erfüllen. Es sind schlechte Angewohnheiten, die meist früh erworben sind und oft unter seelischer Anspannung unbewusst stattfinden. Vor allem nachts reagieren Menschen ihren Stress durch Knirschen und Pressen mit den Zähnen ab. Dabei werden große Kräfte frei, die Verspannungen der Kau- und Gesichtsmuskulatur, der Nacken- und Rückenmuskulatur und Beschwerden der Kiefergelenke auslösen können. Dies kann zu Veränderungen der Physiognomie und zu Haltungsstörungen führen.

Zur Behandlung dieser Beschwerden hat sich eine einfache aber wirksame Therapie mit Hilfe von Schienen durchgesetzt. An den Zähnen selbst wird nichts verändert. Zu Beginn tragen Sie nachts eine sogenannte Jig-Schiene (Deprogrammierungsschiene), wobei nur die Frontzähne Kontakt haben und die Seitenzähne „in der Luft hängen“. Es entstehen keine hohen Kräfte mehr beim Pressen und Knirschen, Gesichts- und Nackenmuskulatur entspannen sich und der Schlaf wird erholsamer. Nach 4-8 Wochen wird eine Stabilisierugsschiene in der entspannten Bisslage angefertigt (Michigan- oder Tannerschiene).

Bei Bedarf sollte eine ergänzende konsiliarische Therapie durch verschiedene Fachärzte sowie Physiotherapeuten das Behandlungsspektrum ergänzen.

Ist ein „Wohlbefinden“ beim Patienten eingetreten, können bei Bedarf, an den natürlichen Zähnen entsprechende Veränderungen vorgenommen werden. Im Falle einer notwendigen prothetischen Versorgung, werden die Eigenschaften der Schiene initial auf eine präzis hergestellte provisorische Versorgung und anschließend auf den endgültigen Zahnersatz übertragen, um dauerhaft Ordnung in das gestörte System zu bringen.